Aktuelle Themen 2017

Miteinander statt übereinander sprechen: Das erste Medienforum China - Deutschland - USA

Chefredakteure und prominente Medienvertreter aus China, Deutschland und den USA haben sich in Berlin zum ersten gemeinsamen Medienforum getroffen. Sie diskutierten auf Einladung der Robert Bosch Stiftung über länderübergreifende Herausforderungen für den Journalismus: von Fake News über die fortschreitende Digitalisierung bis hin zur Verantwortung der Medien.
Robert Bosch Stiftung | Mai 2017
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Foto: Anita Back
Die Herausforderungen für den Journalismus in China, Deutschland und den USA sind vielfältig, aber dennoch ähnlich: Die Rolle der Medien im "postfaktischen Zeitalter" und der Umgang mit Fake News, die Zukunft der Zeitungsbranche und die fortschreitende Digitalisierung im Mediensektor sowie die Verantwortung der Medien in der Berichterstattung über terroristische Anschläge.

Auf dem "1. Medienforum China - Deutschland - USA", das vom 08. bis 10. Mai 2017 in Berlin stattfand, diskutierten jeweils acht hochrangige Medienvertreter aller drei Länder diese und weitere aktuelle Fragen aus den Bereichen Medien, Politik und Wirtschaft. Das diesjährige Forum stand unter dem Oberthema: "Global Pressures and Domestic Responses: German, Chinese and US Perspectives". Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, betonte den Wert des trilateralen Austauschs auf Augenhöhe. Zu diesem gehöre auch, "offen über unterschiedliche Sichtweisen auf Themen zu diskutieren, aber dennoch miteinander anstatt übereinander zu sprechen", so Dürig.

Die Robert Bosch Stiftung veranstaltet das Medienforum China - Deutschland - USA in Kooperation mit der chinesischen Tageszeitung Global Times und in Zusammenarbeit mit dem Center for Transatlantic Relations der Johns Hopkins University in Washington, D.C. Das trilaterale Medienforum soll das Verständnis für andersartige Sichtweisen fördern und somit zu einer differenzierteren Berichterstattung beitragen.

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Fotos: Anita Back 
Barbara Hans, Spiegel Online:
"Das Medienforum bietet in seiner besonderen Form eine einmalige Chance, sich in einem vertrauensvollen und offenen Dialog mit Kollegen aus China und den USA auszutauschen, eigene Perspektiven zu hinterfragen und scheinbare Selbstverständlichkeiten infrage zu stellen. Das Besondere ist die Kontinuität: So ist es möglich, an Debatten der vergangenen Jahre anzuknüpfen, Veränderungen zu diskutieren und den politischen und gesellschaftlichen Wandel aus trilateraler Perspektive zu beleuchten. Für mich ist die Teilnahme eine echte Bereicherung."

Study Tour in Hamburg

Eine Study Tour im Anschluss an das Forum führte die amerikanischen und chinesischen Teilnehmer nach Hamburg. Dort standen Gespräche mit Hamburgs Senator für Medien und Kultur, Dr. Carsten Brosda, und der Hamburg Port Authority  auf dem Programm. Eine zweistündige Tour zu Fuß und zu Wasser brachte den Medienvertretern die transatlantischen und transpazifischen Verbindungen des Hamburger Hafens näher und führte unter anderem auch durch die HafenCity, Hamburgs "New Downtown" an der Elbe. Darüber hinaus machten die Teilnehmer der Studienreise  bei der Tagesschau Station und bekamen einen Einblick in Produktion und Arbeitsumfeld der meist gesehenen deutschen Nachrichtensendung. Kulturelles Highlight der Tour war ein Konzertbesuch in der Hamburger Elbphilharmonie, wo die Teilnehmer den Klängen von Steve Reichs postmodernem Stück "Drums" lauschten.
 

Eindrücke vom Medienforum

Eindrücke vom Medienforum

Fotos: Anita Back 
Hu Xijin, Chefredakteur der chinesischen Tageszeitung Global Times, eröffnete das Warm-Up Event.

Über das Medienforum

Das "1. Medienforum China - Deutschland - USA" baut auf den bilateralen Projekten "Medienforum China - Deutschland" und dem "Deutsch-amerikanischen Journalistenprogramm" auf, die die Robert Bosch Stiftung in den letzten Jahren organisiert und durchgeführt hat.